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Vor gut fünf Jahren ließ sich Franz Weber aus Hohenau unter „www.weber-hydraulic.com“ ordnungsgemäß eine neue Homepage-Adresse – in der Fachsprache „Domain“ genannt – registrieren. Jahre später bereitet ihm diese Seite gewaltigen Ärger: Wegen einer „Verletzung von Markenrechten“ wurde er von dem Multi-Unternehmen „Weber-Hydraulik GmbH“ verklagt. Der Streitwert wurde von der Gegenseite auf sage und schreibe 100 000 Euro festgesetzt.
Attraktive Internet-Domains sind heiß begehrt und kosten eine Menge Geld. Das weiß auch Franz Weber: Als sich der Hohenauer im Jahre 2003 mit seinem kleinen Hydraulik-Betrieb selbständig machte, sicherte er sich die Adresse „weber-hydraulic.com“. Das „c“ machte den kleinen aber feinen Unterschied: ?Während die gleiche Domain mit „k“ geschrieben bereits an das Groß-Unternehmen „Weber-Hydraulik“ aus Güglingen vergeben war, stand „weber-hydraulic“ zur freien Verfügung. Der Bayerwaldler griff prompt zu.
Vielleicht hatte er auch insgeheim kalkuliert, dass ihm eines Tages das Unternehmen aus Güglingen für viel Geld die Domain abkaufen würde. Doch es sollte anders kommen: Anfang diesen Jahres erhielt er Post vom Anwalt. In dem Schreiben pochte die Firma „Weber-Hyraulik GmbH“ auf ihren Namen als geschützte Marke. Franz Webers Domain „www.weber-hydraulic.com“ würde dagegen verstoßen. Das Unternehmen forderte von dem Hohenauer, die Internet-Adresse an die Firma zu übertragen. Der 45-Jährige sperrte sich dagegen, die Angelegenheit ging vor Gericht. Weber ist fassungslos: „Ich bin doch kein Konkurrent zu diesem Unternehmen! Es müsste doch eine konkrete Wettbewerbssituation bestehen. Die haben durch mich keinen Schaden!“
In seinem Ein-Mann-Betrieb fertigt er in Auftragsarbeit Hydraulikschläuche, Schläuche für Hochdruckreiniger und Hydraulikrohre. Außerdem handelt er mit Hydraulikzubehör für Endkunden. „Weber-Hydraulik“ hingegen ist ein Unternehmen mit 207 Millionen Euro Umsatz und über tausend Beschäftigten. Warum ist der „Multi“ nach jahrelangem Schweigen plötzlich so scharf auf Webers Domain? Der 45-Jährige glaubt, eine Erklärung gefunden zu haben: ?„Die weiten momentan ihr Geschäft in Richtung USA aus. Und da schreibt man Hydraulik eben mit c. Deshalb ist meine Seite für das Unternehmen jetzt so interessant geworden.“
Der Bayerwaldler verlor vor kurzem gegen das Großunternehmen in der ersten Instanz vor dem Landgericht München. Dennoch will er „bis zum bitteren Ende“ vor Gericht um seine Domain kämpfen. „Ich erwäge jetzt sogar eine Petition an den Bundestag“, so Weber. Erstens geht es ihm um sein gutes Recht. Zweitens geht es um viel Geld. „Anhand des Streitwertes sieht man, wie viel meine Domain mittlerweile wert ist“, sagt Franz Weber aus Hohenau.
Martin Reitmeier
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